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Mit Musik gegen das Vergessen: „Camerata Medica Wien“ musiziert für Menschen mit Demenz

11.02.20 / 15:54

Pressekonferenz Camerata Medica

Großes Benefizkonzert des Medizin-Orchesters zugunsten der Caritas, die mit Initiativen Demenzerkrankte und pflegende Angehörige unterstützt.

Mit einem ganz besonderen Benefizkonzert am 15. März 2020 im Wiener Konzerthaus zeigt die Camerata Medica – ein Orchester, bestehend aus 60 MusikerInnen aus medizinischen und pharmazeutischen Berufen – gemeinsam mit der jungen österreichische Pianistin Dorothy Khadem-Missagh Zukunftsperspektiven im Umgang mit Demenzerkrankten auf und macht aufmerksam auf Musik als Form der Therapie. „Musik löst nicht nur starke Emotionen aus, sondern hat für Menschen mit Demenzerkrankung eine besondere Wirkung: Sie vermag es in besonderer Weise zu verbinden, zu stimulieren und zu sozialisieren. Musikalische Wahrnehmung existiert früher als jeder sprachliche Ausdruck und besteht auch dann noch, wenn Sprache versiegt. Daher gewinnt Musik als tief verankerte, nonverbale Kommunikationsform bei an Demenz erkrankten Menschen an Bedeutung“, so Ärztin und Obfrau von Camerata Medica, Melisande Messner-Kolp. „Mit Musik kann man Betroffene dort erreichen, wo Sprache längst verschwunden ist.“

 

Musik als Brücke zu Erinnerungen

Musik kann auch für pflegende Angehörige, die durch die Situation oft sehr belastet sind, eine Hilfe darstellen: „Wenn gemeinsames Essen oder Sprechen nicht mehr möglich ist, kann Musikhören eine Form der Kommunikation sein, die ohne Sprache auskommt – und gemeinsame Erinnerungen wecken kann“, so Messner-Kolp. Als medizinisches Orchester ist es der Camerata Medica ein Anliegen, Zukunftsperspektiven aufzuzeigen und die gesellschaftliche Stigmatisierung von an Demenz Betroffenen zu überwinden. Unterstützt werden mit dem Benefizkonzert Demenz-Initativen der Caritas der Erzdiözese Wien. 

 

130.000 Betroffene in Österreich: Hilfe für Betroffene und Angehörige

Weltweit leiden bereits 50 Millionen Menschen an Demenz, Tendenz stark steigend. Allein in Österreich wird die Zahl der demenziell erkrankten Menschen auf 130.000 geschätzt. „Schon heute sind demenzielle Erkrankungen der Grund Nummer 1 dafür, warum Menschen in Pflegehäuser ziehen“, so Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien. „Demenz bedeutet große Veränderungen für Betroffene, aber auch für pflegende Angehörige, die in der Situation häufig überfordert sind. Die Caritas will in dieser schwierigen Situation beraten, entlasten und helfen. Mit der Unterstützung der Camerata Medica können wir diese Hilfe ermöglichen und die Lebenssituation vieler an Demenz erkrankten Menschen und deren pflegenden Angehörigen konkret verbessern. Danke für die künstlerische Unterstützung unserer Arbeit. Sie wird dringend gebraucht“, so Schwertner abschließend.

 

Demenz-Initiativen der Caritas

Die Caritas unterstützt Menschen, die an Demenz erkrankt sind sowie Angehörige durch individuelle Einzelberatung, Möglichkeiten des Austauschs in moderierten Gesprächsgruppen und im „Café Zeitreise“. Weitere Entlastungsangebote sind das Projekt „Freizeitbuddys“, laufende Informationsvorträge, Seminare sowie die umfassende Broschüre „Menschen mit Demenz Zuhause betreuen“.

 

Programm: Benefizkonzert 15. März 2020, Wiener Konzerthaus

Das Publikum kann sich nach einem Kurzfilm über musikalische Demenztherapie von und mit Peter Leussink auf die Belcanto-Arie „O Sole mio“ von Eduardo di Capua (Arrangement: Harold Lorriman), gesungen von Peter Leussink freuen; anschließend erklingt das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 D-Dur „Pastoral“ op. 120 von Ferdinand Ries. Nach der Pause wird die Camerata Medica Wien unter ihrem Dirigenten Nicolas Radulescu und ihrem Konzertmeister Rolf Ziesche die 1. Sinfonie c-Moll op. 68 von Johannes Brahms spielen.

Tickets: Wiener Konzerthaus 

 

Menschen mit Demenz unterstützen 

Erste Bank

BIC: GIBAATWWXXX

IBAN: AT47 2011 1890 8900 0000

Kennwort: Demenzprojekte

https://www.caritas-pflege.at/wien/